Zeitungsleser ...

... schon in der Pubertät, belieferte PH bereits im Alter von 17 bis 21, als Abiturient und Zivilidienstleistender, die Tageszeitung meiner Eltern. Mit Leserbriefen. Aber man sage nichts gegen Leserbriefe! Sie haben ihre klare (selbst)therapeutische Funktion und eine demokratiestärkende, partizipative Nebenbedeutung. Und sie beleben die Kommunikation. In PHs Briefen ging es stets um den sich verschärfenden Konflikt um ein höchst umstrittenes Ausbauprojekt des Frankfurter Flughafens, den Konflikt um Planung und Bau der sog. Startbahn 18 West. Es war sein Ur-Erlebnis, was den Spaß und die zum Teil diebische Freude an eigenen Texten in der Zeitung anbelangt. Es bleib ein Präludium für später.

Während des Studiums verfasst PH Rezensionen für die Neue Politische Literatur (Berichte über das internationale Schrifttum), arbeitet frei für das Darmstädter Echo-Feuilleton und in der Folge auch, wenn es um Kunst und Kultur ging, für alle Regionalausgaben des Echos in Südhessen. Das Schreiben wächst sich dann aus als freier Autor und Journalist. Fast jeden Tag unterwegs in Sachen Kunst und Kultur:
Galerien, Musikhallen, Multifunktionshallen, Soziokulturelle Zentren, Jazz-Keller, Open-Airs, Festivals wie das Bardentreffen (Nürnberg), das Internationale Klezmer-Festival in Safed (Israel) oder das Jazz-Festival Montreux. Dazu gesellen sich dann auch Arbeiten im Spektrum Ideologie-, Zeitgeist- und Sprachkritik, u.a. für die Feuilletons von Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mannheimer Morgen, Rheinischer Merkur, Jazz-Thetik, das BüchNer-Kulturmagazin, den Vorwärts und für viele kleine Print-Presse-Organe, u.a. für sympathisch-engagierte, dem journalistischen Aufbruch nach der friedlichen Revolution in der EX-DDR folgende Periodika wie Horch und Guck. Historisch-literarische Zeitschrift des Bürgerkomitees `15. Januar` (Berlin).

Auch als angestellter Redakteur (Darmstädter Echo) schreibt PH für weitere Print- und Online-Medien wie Cicero und Cicero-online, nicht zuletzt für die politischen Feuilletons im Deutschlandradio Berlin. Mehr dazu in der Bibliographie.

Apropos Journalismus, Feuilletons und Glossen. Exzerpt aus einem Brief des österreichischen Autors Joseph Roth an Benno Reifenberg, Redakteur der Frankfurter Zeitung, vom 22. April 1926:

„Man kann Feuilletons nicht mit der linken Hand schreiben. Man darf nicht nebenbei Feuilletons schreiben. Es ist eine arge Unterschätzung des ganzen Fachs. Das Feuilleton ist für die Zeitung ebenso wichtig wie die Politik und für den Leser noch wichtiger. […] Ich bin nicht eine Zugabe, nicht eine Mehlspeise, sondern eine Hauptmahlzeit. […] Ich mache keine `witzigen Glossen`. Ich zeichne das Gesicht der Zeit.“

Quelle: Literaturhaus Wien, www.literaturhaus.at. Seitenabruf 16.06.2021
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